
Kein Patient, sondern Gast
Einfach mal wieder raus, die Sonne genießen – und endlich mal wieder eine rauchen. Darauf hatte Peter neulich nachmittags Lust. Weil er aber nicht mehr so einfach aufstehen und herumlaufen kann, waren Jasmin und Nodari vom Hospiz-Pflegeteam gefragt. Sie halfen dem 69-Jährigen auf einen speziellen, fahrbaren Pflegeliege – mit viel Zeit und Ruhe. Das Ziel: der große Hospiz-Balkon.
Peter ist ein echter Hamburger, Stellinger, um genau zu sein. Er hat Kaufmann gelernt, lange auf dem Bau gearbeitet, zuletzt war er LKW-Fahrer für die Getränkeindustrie. Peters Verein ist (unübersehbar) der HSV: In seinem Zimmer hängt ein HSV-Banner, der Traumfänger mit HSV-Logo baumelt in Bettnähe, Mütze und den Schal in Vereinsfarben hat er selbstverständlich auch. Auf die Frage nach seinem Lieblingsspieler muss er nicht lange nachdenken. „Mighty Mouse!“ So wurde der britische Stürmer Kevin Keegan genannt, der von 1977 bis 1980 für den Fußallverein spielte.
Peter weiß schon seit 2018, dass er Prostatakrebs hat. Er hat zwei Chemotherapien gemacht „Ich hatte dann noch ein gutes Jahr“, sagt er. Anfang dieses Jahres wurden seine Rückenschmerzen dann so schlimm, dass seine Nachbarin den Notarzt rufen musste. „Die OP hat vier Stunden gedauert“, sagt er. Eine lange Narbe hat er davon zurückbehalten. Die Ärzte sagten ihm, dass der Krebs ins Rückenmark gestreut hat. Es gibt keine Heilung mehr dafür.
Nach einer Woche im Krankenhaus zog er ins Hospiz um. „Ich fühle mich hier sauwohl, auch wenn es der letzte Weg ist. Ich bin hier kein Patient, ich bin hier Gast – und das heißt ja was“, sagt der 69-Jährige.
„Alle, die hier arbeiten, sind gut drauf“, sagt Peter. Einmal in der Woche bekommt er Besuch von Monika, die als ehrenamtliche Hospizbegleiterin arbeitet. „Eine sehr elegante Dame“, wir haben uns sofort verstanden“, sagt er und lächelt. Peter bekommt ohnehin viel Besuch, er hat ein großes und gutes soziales Umfeld.
Einen Spruch gibt er uns noch mit, sein Onkel Willi hat ihn immer gesagt:
„Hast Du was, dann bist du was.
Hast Du nichts, bist du auch was –
zuallererst mal Mensch.“
Herzlichen Dank an Peter, dass Du deine Geschichte mit uns teilst!
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